Die Nachfrage nach Wimpernservices und Permanent Make-up ist 2026 in beiden Märkten klar vorhanden, aber nicht homogen. Deutschland ist der wesentlich größere Markt. Auf Basis offizieller Struktur- und Umsatzdaten für Kosmetiksalons in Deutschland, WKO-Strukturdaten für Österreich sowie einer transparenten Bottom-up-Schätzung für die Zielkategorien ergibt sich für 2026 ein realistisches Marktvolumen von rund 820 Mio. Euro in Deutschland und 103 Mio. Euro in Österreich für die zusammengefassten Zielleistungen Wimpernverlängerung, Lash Lifts, Microblading und PMU an Augenbrauen, Lippen und Eyeliner. Ein konservatives 2026-Szenario liegt bei 730 Mio. Euro für Deutschland und 93 Mio. Euro für Österreich, ein optimistisches bei 920 Mio. Euro bzw. 115 Mio. Euro. Diese 2026-Werte sind Schätzungen, weil es für genau diese Servicebündel keine amtliche Marktstatistik gibt. Die amtlichen Ankerdaten zeigen aber einen klar wachsenden Kernmarkt: In Deutschland stiegen die umsatzsteuerpflichtigen Kosmetiksalons laut Destatis von 20.773 Fällen und 1,878 Mrd. Euro Umsatz 2022 auf 24.205 Fälle und 2,287 Mrd. Euro 2024. In Österreich weist die WKO für den Fachverband Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure 677 Mio. Euro Umsatzerlöse 2023, 20.356 Unternehmen 2025, 24.065 aktive Fachgruppenmitgliedschaften 2025 und einen EPU-Anteil von 84,5 % aus.
Executive Summary
Die Nachfrage wächst seit dem Pandemietief vor allem aus vier Gründen. Erstens sind Augen- und Brauenbehandlungen stark social-media-getrieben, während Instagram und TikTok in Deutschland und Österreich 2025/2026 weiter hohe Reichweiten haben. Zweitens verbinden Kundinnen und Kunden diese Services mit Zeitersparnis, einem stets “fertigen” Look und natürlicheren Ergebnissen als klassisches starkes Tages-Make-up. Drittens begünstigt der Trend zu kleinen, wiederholbaren ästhetischen Eingriffen den Bereich. Viertens ist die Angebotsseite extrem fragmentiert und digital buchbar, was den Zugang erleichtert. Gleichzeitig bremsen Gesundheits-, Hygiene- und Regulierungsrisiken, Preisdruck im Low-Cost-Segment, Fachkräftemangel und in Deutschland die Konkurrenz durch Mikrobetriebe unter der Umsatzsteuergrenze.
Regional ist der Markt klar urban. In Österreich konzentrieren sich aktive WKO-Mitgliedschaften 2024 auf Niederösterreich 4.560, Oberösterreich 4.228, Wien 3.926 und Steiermark 3.422; bei Permanentmakeup lagen 2025 Oberösterreich mit 178, Wien mit 130 und Niederösterreich mit 129 vorne. In Deutschland zeigen Plattformdaten eine sehr hohe urbane Sichtbarkeit, etwa 162 Microblading-Salons in Berlin, 174 Wimpernverlängerungs-Salons in München, 114 PMU-Salons in München und 82 bis 89 Microblading-Salons in Hamburg bzw. Hamburg und Umland. Innerstädtische Cluster sind sichtbar, etwa 15 Wimpernverlängerungs-Salons nahe Marienplatz, 11 in Sendling und 7 nahe Rotkreuzplatz in München; in Wien werden auf Treatwell allein für den 1. Bezirk 18 Wimpernverlängerungs-, 13 PMU- und 46 Wimpernwellen-Angebote angezeigt. Das spricht für hohe Dichte in zahlungskräftigen, gut angebundenen Kernlagen und deutlich grössere Einzugsgebiete im Umland.
Für neue Anbieter ist 2026 nicht der billigste, sondern der vertrauenswürdigste Markteintritt attraktiv. Die stärksten Chancen liegen in klarer Spezialisierung, dokumentierten “healed results”, stringenter Hygiene, transparenter Beratung, digitaler Terminlogik, Nachsorge-Protokollen und einer Positionierung zwischen Discount und Premium. Reine Preisführer werden durch Rabattplattformen, mobile Anbieter und informelle Mikrobetriebe rasch unter Druck gesetzt. Anbieter mit sauberem Compliance-Setup, guten Vorher-Nachher-Portfolios und hoher Wiederkehrrate haben dagegen gute Chancen auf stabile Auslastung, vor allem in urbanen Märkten und gut versorgten Speckgürteln.
Methodik und Datenlage
Für Deutschland ist die Datengrundlage am belastbarsten. Destatis weist für die Unterklasse 96.02.2 Kosmetiksalons in der Umsatzsteuerstatistik der Voranmeldungen 20.773 Steuerpflichtige und 1,878 Mrd. Euro Umsatz 2022, 22.521 und 2,090 Mrd. Euro 2023 sowie 24.205 und 2,287 Mrd. Euro 2024 aus. Diese Daten bilden den offiziellen Kernmarkt für Kosmetiksalons, erfassen aber nicht jene sehr kleinen Betriebe, die unter der Umsatzsteuergrenze bleiben. Genau auf diese Lücke weist auch der Branchenreport der Sparkassen-Finanzgruppe hin: Mikrobetriebe mit weniger als 22.000 Euro Jahresumsatz gewinnen im Friseur- und Kosmetikgewerbe an Bedeutung und gelten in Teilen der Branche als Wettbewerbsverzerrung. Die offiziellen deutschen Anbieterzahlen sind daher eher eine Untergrenze.
Für Österreich gibt es keine offene amtliche Einzelstatistik nur für Lash- und PMU-Dienstleistungen. Als amtliche/halboffizielle Anker wurden daher WKO-Daten des Fachverbands Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure verwendet. Diese zeigen 677 Mio. Euro Umsatzerlöse 2023, 20.356 Unternehmen 2025, 24.065 aktive Fachgruppenmitgliedschaften 2025, 84,5 % EPU-Anteil, 99,6 % Unternehmen mit 0 bis 9 Beschäftigten und 4.666 aktive Berufszweigmitglieder “Kosmetiker” 2025. Zusätzlich weist die WKO 839 aktive Berufszweigmitglieder “Permanentmakeup” 2025 aus. Wichtig ist der WKO-Hinweis, dass Mitgliedschaften und Berufszweige aufgrund von Mehrfachzuordnungen nicht 1:1 Unternehmen entsprechen. Für Schätzungen wurde deshalb ein Korrekturfaktor aus dem Verhältnis von 24.065 aktiven Mitgliedschaften zu 20.356 Unternehmen gebildet.
Die Zielmärkte Wimpernverlängerung, Lash Lifts, Microblading und PMU wurden anschliessend bottom-up geschätzt. Dafür wurden drei Ebenen kombiniert: erstens die offiziellen Kernmarktgrössen, zweitens WKO-/Destatis-Struktur- und Preisentwicklungen, drittens beobachtete Onlinepreis- und Angebotsdaten aus grossen Plattformmärkten wie Wien, Graz, Salzburg, Berlin, München, Hamburg und Köln. 2025 und 2026 wurden als Szenarien fortgeschrieben, gestützt auf die offiziellen Preisentwicklungen für Körperpflegedienstleistungen. In Österreich stiegen die Preise für Friseur- und Kosmetiksalons u. a. Einrichtungen für Körperpflege laut Statistik Austria 2024 um 8,0 % und 2025 um 6,2 %. In Deutschland nennt Destatis für Leistungen beim Friseur und für die Körperpflege im Jahresvergleich +6,1 %. Die reale Nachfragekomponente wurde vorsichtig angesetzt, weil der Markt zwar wächst, aber weder unbegrenzt preissetzungsfähig ist noch gleichmässig in allen Regionen expandiert.
Die Kundenzahlen sind keine amtlichen Zählungen, sondern abgeleitete Grössen. Für Lash-Services wurde ein deutlich höherer Wiederholungsrhythmus unterstellt als für PMU. Treatwell beschreibt professionelle Wimpernwellen als Behandlung mit Wirkung von bis zu acht Wochen und Wimpernverlängerungen mit typischem Refill etwa alle drei Wochen. Für PMU und Microblading zeigen Markt- und Anbieterquellen eine Haltbarkeit von etwa 12 bis 18 Monaten bis mehreren Jahren, je nach Zone, Hauttyp und Nachpflege. Entsprechend wurde für Lash-Kundinnen/Kunden ein deutlich höherer Jahresumsatz pro Kopf als bei Lift-only-Kundschaft, aber ein niedrigerer als bei PMU-Erstbehandlungen angenommen.
Marktvolumen und Wachstum
Offizielle Marktanker
Die amtlichen Kernmärkte zeigen in beiden Ländern einen klaren Wachstumspfad, wenn auch auf unterschiedlicher Datentiefe.
| Land | Offizieller Marktanker | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Kosmetiksalons, umsatzsteuerpflichtig, Umsatz | 1,878 Mrd. € | 2,090 Mrd. € | 2,287 Mrd. € | n. v. |
| Deutschland | Kosmetiksalons, umsatzsteuerpflichtige Fälle | 20.773 | 22.521 | 24.205 | n. v. |
| Österreich | Fachverband Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure, Umsatzerlöse | n. v. | 677 Mio. € | n. v. | n. v. |
| Österreich | Unternehmen im Fachverbandssegment | n. v. | n. v. | n. v. | 20.356 |
| Österreich | Aktive Fachgruppenmitgliedschaften | 21.590 | 22.343 | 23.209 | 24.065 |
Die deutschen Zahlen sind amtlich und direkt vergleichbar. Die österreichischen Zahlen stammen aus der WKO-Kammersystematik und sind daher breiter als reine Kosmetiksalons. Sie eignen sich als robuster Anker für das Branchenumfeld, nicht als direkte Messung des Ziel-Submarkts.
Schätzung des Zielmarkts 2024 bis 2026
Die folgende Tabelle zeigt die realistische Hauptschätzung für den Zielmarkt aus Lash- und PMU-Leistungen. Für Deutschland basiert sie auf dem amtlichen Kosmetiksalon-Umsatz und einer transparenten Serviceanteilsschätzung. Für Österreich basiert sie auf WKO-Strukturdaten, einer Berufszweigkorrektur wegen Mehrfachzählungen und dem Anteil der kosmetiknahen Berufszweige. Alle 2025- und 2026-Werte sind Schätzungen; Österreich 2024 ist ebenfalls geschätzt.
| Land | Umsatz 2024 | Umsatz 2025 | Umsatz 2026 realistisch | Umsatz 2026 konservativ | Umsatz 2026 optimistisch | Anbieter 2026 | Kundinnen/Kunden 2026 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Österreich | 89 Mio. € | 96 Mio. € | 103 Mio. € | 93 Mio. € | 115 Mio. € | ca. 2.450 | ca. 255.000 |
| Deutschland | 670 Mio. € | 745 Mio. € | 820 Mio. € | 730 Mio. € | 920 Mio. € | ca. 16.800 | ca. 2,02 Mio. |
Die impliziten Wachstumsraten 2024 bis 2026 liegen damit bei rund +7,6 % CAGR für Österreich und +10,6 % CAGR für Deutschland. Deutschland wächst schneller, weil der offizielle Kernmarkt bereits von 2022 auf 2024 dynamisch zulegte, die urbane Angebotsdichte sehr hoch ist und Discount-/Marktplatzmodelle zusätzliche Sichtbarkeit erzeugen. Österreich wächst solider und etwas langsamer, was zu seiner geringeren Marktgrösse und dem höheren strukturellen Anteil sehr kleiner EPU passt.
Diagramm zum Wachstumstrend 2020 bis 2026
Die folgende Darstellung zeigt die realistische Schätzreihe für den Zielmarkt 2020 bis 2026. Die Jahre 2020 bis 2023 sind modellierte Rückrechnungen auf Basis des dokumentierten Pandemieeffekts, der danach sichtbaren Erholung, der offiziellen 2022 bis 2024-Kernmarktdaten in Deutschland und der WKO-Mitglieder- und Beschäftigungsentwicklung in Österreich.
Deutschland
Österreich
Kundenstruktur nach Serviceökonomie
In der Nachfrage sind Lash und PMU ökonomisch verschieden. Lash Extensions binden stärker über Wiederholungen, während Lash Lifts als leichterer Einstieg funktionieren. PMU ist ticketstärker, beratungsintensiver und risikobehafteter, dafür aber weniger häufig. Für 2026 ist daher plausibel, dass in Deutschland rund 70 % des Zielmarktumsatzes und in Österreich rund 70 % auf Lash-Services entfallen, der Rest auf PMU. Auf Kundenseite ist der PMU-Anteil höher als man aus dem Umsatz allein vermuten würde, weil Initialbehandlungen einzelne hohe Transaktionen erzeugen, Lash Extensions aber mehr wiederkehrende Termine pro Person. Das ist eine analytische Ableitung aus Preisstruktur, Wiederholungsfrequenz und Angebotsdichte.
Preise, Regionen und Nachfrageprofile
Preisspannen 2026 nach Leistungstyp
Die im Markt sichtbaren Onlinepreise zeigen zwei Muster. Erstens ist Lash Lifting ein breit massenfähiges Einstiegsprodukt. Zweitens lässt sich bei Microblading und PMU nur begrenzt standardisieren, weshalb Beratung, Korrekturen, Hauttyp und Nachbehandlungen die Vergleichbarkeit einschränken. Die Tabelle bündelt beobachtbare Onlinepreise aus Österreich und Deutschland sowie ein daraus abgeleitetes, realistisch nutzbares Preisband. Aktionspreise wurden nicht als alleiniges Marktmittel interpretiert.
| Leistung | Österreich, typisches Preisband | Deutschland, typisches Preisband | Beispielbelege |
|---|---|---|---|
| Wimpernverlängerung, Neuanlage | 80-149 € | 62-129 € | Lashbox Wien 110-149 €, Beautynova Wien ab 80 €, Maggie Lashes Berlin 62-88 €, Xinh Lashes Berlin 79-120 € |
| Wimpernverlängerung, Auffüllen | 50-80 € | 35-55 € | Elitsa Wien 60-80 €, Beautynova Wien ab 60 €, Lashes Spa Berlin 35-50 €, Xinh Lashes Berlin 35-55 € |
| Lash Lift / Wimpernlifting | 50-75 € | 50-65 € | Kamila Wien 50 €, La Louise Wien 65 €, Xinh Lashes Berlin 50-60 €, Nude Permanent Berlin 65 € |
| Microblading | 250-399 € | 175-450 € | SEMSBEAUTY Wien 250 €, The Perma Wien 359 €, Kosmetikinstitut Berlin ab 175 €, Alexandra Köhler Berlin 450 € |
| PMU Augenbrauen / Powder Brows | 250-399 € | 175-441 € | SEMSBEAUTY Wien 250 €, The Perma Wien 399 €, Rebecca Beauty Berlin 350 €, Alexas Faces Berlin ab 441 € |
| PMU Lippen | 250-500 € | 200-350 € | SEMSBEAUTY Wien 250 €, Rebecca Beauty Berlin 350 €, Kosmetikinstitut Berlin ab 200 € |
| PMU Eyeliner / Lidstrich | 150-239 € | 100-290 € | SEMSBEAUTY Wien 150-200 €, The Perma Wien 239 €, Rebecca Beauty Berlin 150 €, Alexandra Köhler Berlin 290 € |
Die Preisdifferenz zwischen Ländern ist geringer als oft angenommen. Deutschland wirkt online teils günstiger, aber das ist stark von Rabattaktionen geprägt. Österreich zeigt bei PMU in Wien ebenfalls deutliche Promotions, gleichzeitig bleiben beratungs- und korrekturintensive Behandlungen in beiden Märkten in einer klaren Premiumlogik. Nicht der Landesdurchschnitt, sondern Lage, Spezialisierung, Reviews, Sprachkompetenz, Portfolio und Hygienevertrauen erklären die Unterschiede am besten.
Regionale Unterschiede
Österreich lässt sich regional am besten über WKO-Mitgliedsdaten lesen. Hohe absolute Fachgruppenwerte finden sich 2024 in Niederösterreich, Oberösterreich, Wien und der Steiermark. Im kosmetischen Kern zeigen die Berufszweigzahlen 2025 zugleich, dass Wien, Niederösterreich, Steiermark und Tirol starke Kosmetiker-Basen haben, während beim eigenständigen Berufszweig Permanentmakeup Oberösterreich, Wien und Niederösterreich die höchsten absoluten Werte erreichen. Das spricht für eine Mischung aus urbaner Dichte, Pendlergürteln und regional stabiler Kaufkraft.
| Bundesland | Aktive Fachgruppenmitglieder 2024 | Kosmetiker 2025 | Permanentmakeup 2025 |
|---|---|---|---|
| Burgenland | 970 | 222 | 18 |
| Kärnten | 1.667 | 326 | 65 |
| Niederösterreich | 4.560 | 856 | 129 |
| Oberösterreich | 4.228 | 590 | 178 |
| Salzburg | 1.777 | 386 | 91 |
| Steiermark | 3.422 | 704 | 116 |
| Tirol | 1.906 | 487 | 68 |
| Vorarlberg | 753 | 183 | 44 |
| Wien | 3.926 | 912 | 130 |
In Wien sind zentrale Bezirke und gut angebundene Quartiere klar dichter. Auf Treatwell wurden für den 1. Bezirk 18 Wimpernverlängerungs-, 13 PMU- und 46 Wimpernwellen-Angebote gefunden. In der Steiermark werden 11 Microblading-Salons sichtbar, davon 8 in Graz. Das ist kein vollständiger Marktatlas, aber ein starker Hinweis auf die bekannte Urbanitätslogik dieser Services.
Deutschland zeigt denselben Mechanismus, nur in grösserem Massstab. Auf Treatwell sind 162 Microblading-Salons in Berlin, 174 Wimpernverlängerungs-Salons in München, 114 PMU-Salons in München sowie 82 Microblading-Salons in Hamburg sichtbar; im erweiterten Hamburger Markt sind es 89. Innerstädtisch verdichtet sich das nochmals: 15 Wimpernverlängerungs-Salons nahe Marienplatz, 11 in Sendling und 7 nahe Rotkreuzplatz in München. Das deutet auf hohe Sichtbarkeit in Innenstadtlagen, Shopping- und ÖV-Knoten sowie zahlungskräftigen Wohngebieten hin. Ländliche Nachfrage existiert, aber meist mit grösserem Einzugsradius, geringerer spontaner Buchbarkeit und stärkerer Abhängigkeit von Empfehlungen statt Plattformtraffic.
Kundensegmente und Kundenerwartungen
Die Nachfrage bleibt klar weiblich dominiert, aber der Markt ist nicht mehr ausschliesslich weiblich. Als Interessenproxy weist Rascasse für “Eyelash extensions” in Deutschland 74,7 % weibliche und 25,3 % männliche Fans sowie ein Durchschnittsalter von 36,8 Jahren aus. Diese Kennzahl ist keine Kundenzählung, sie bestätigt aber zusammen mit dem Plattformangebot, dass Wimpernservices zwar weiblich geprägt sind, der Markt jedoch nicht mehr rein binär oder teen-only ist. Für Social Discovery sind besonders die Altersgruppen relevant, in denen Instagram und TikTok am stärksten genutzt werden; DataReportal meldet für Deutschland 31,3 Mio. Instagram-Nutzer und 21,8 Mio. TikTok-Nutzer 18+ Anfang 2025, für Österreich 3,25 Mio. Instagram-Nutzer und 2,33 Mio. TikTok-Nutzer 18+. In Deutschland ist Instagram laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025 die am häufigsten genutzte Social-Media-Plattform; TikTok wird wöchentlich von 20 % und bei den 14- bis 29-Jährigen von etwa 50 % genutzt.
Für die Alterssegmente ist eine pragmatische Lesart am plausibelsten. Lash Lifts und preisgünstige Neuanlagen sprechen am ehesten 18 bis 34 Jahre an, getrieben durch Social Media, Alltagstauglichkeit und Event-Anlässe. Extensions mit laufenden Refills sind stärker ein Segment für 25 bis 44 Jahre mit regelmässigem Einkommen. PMU an Brauen und Lippen verschiebt die Mitte nach oben und ist besonders attraktiv für 30 bis 65 Jahre, weil Bequemlichkeit, Asymmetrieausgleich und das Thema “ausgedünnte Brauen” wichtiger werden. Dass Schönheitspflege auch jenseits von 50 stark relevant bleibt, betont der IKW ausdrücklich für die Altersgruppe 50 bis 65 Jahre. Das ist eine analytische Verdichtung aus Preisstruktur, Social-Reichweite und Konsummotiven.
Beim Einkommen ist die Segmentierung weniger über Selbstauskünfte als über die Behandlungskörbe erkennbar. Ein reines Lash-Lift-Profil bleibt relativ zugänglich. Wer hingegen alle drei Wochen Refill-Termine wahrnimmt, liegt schnell in einem Jahresbudget von mehreren hundert Euro. PMU ist einmalig teurer, aber über den Nutzungszeitraum oft günstiger als permanente Refill-Routinen. Daraus folgt: niedrigeres bis mittleres Einkommen tendiert eher zu Lift, Brow-Lamination, Rabattaktionen und selteneren Neuanlagen; mittlere bis obere Einkommen tragen überproportional Premium-Extensions, Hybrid-/Volume-Looks, relevante Touch-ups und hochwertige PMU-Artistinnen/Artists. Das ist eine plausible, preisbasierte Ableitung, keine amtliche Einkommensstatistik.
Die Kundenerwartungen sind mittlerweile sehr klar. Qualität und Natürlichkeit stehen vor Spektakel. Hygiene, Materialtransparenz, Haltbarkeit, Schmerzmanagement, gute Nachsorge und rasche Terminverfügbarkeit sind kaufentscheidend. Das ist nicht nur Marketinglogik, sondern gesundheitlich begründet: Reviews zu PMU nennen infektiöse, allergische und entzündliche Komplikationen bei mangelhafter Hygiene oder Nachsorge; wissenschaftliche Reviews benennen für Lash- und PMU-Prozeduren vor allem Allergien, Entzündungen und Unzufriedenheit mit Farbe oder Form als Problemfelder. Eine PMU-Studie zu unbefriedigenden Ergebnissen nennt Farbe als häufigsten Unzufriedenheitsgrund vor Form. Gleichzeitig belohnen Plattformen Studios mit hoher digitaler Reputation: Xclusive Beauty in Wien etwa hat 696 Bewertungen, Beautypoint Charlottenburg in Berlin 1.021 Bewertungen.
Ausbildung, Regulierung und Gesundheitsrecht
Österreich
Österreich ist regulatorisch strenger und klarer als Deutschland. Kosmetik ist ein reglementiertes Gewerbe, und die WKO hält ausdrücklich fest, dass die Verordnung nach § 18 Abs. 1 GewO regelt, mit welchen Belegen die fachliche Befähigung nachzuweisen ist. Für Kosmetik gelten damit formale Zugangsvoraussetzungen. Gleichzeitig ist Permanent Make-up rechtlich als Tätowieren zu qualifizieren. Die WKO Wien hält fest, dass Personen mit einem nach dem 28. Februar 2003 angemeldeten Kosmetikgewerberecht für PMU ein eigenes Gewerberecht samt Befähigungsnachweis oder individuell festgestellter Befähigung benötigen; nur ältere Berechtigungen geniessen Bestandsschutz.
Hygiene und Produktsicherheit sind in Österreich ein zentraler regulatorischer Nachfragefaktor. Die Gewerbehygieneverordnung gilt für Kosmetik, Piercen und Tätowieren. Für eingeschränkte Gewerbewortlaute wie Permanent Make-up verlangt etwa Niederösterreich einen jährlichen Unbedenklichkeitsnachweis bzw. eine Hygieneüberprüfung. Zudem gelten seit 4. Jänner 2022 EU-weit strengere REACH-Vorschriften für Tattoo- und PMU-Farben. Die WKO weist ausdrücklich auf das Verbot bzw. die Beschränkung zahlreicher Stoffe hin. Für Studios erhöht das den Compliance-Aufwand und die Einkaufssensibilität, für Kundinnen und Kunden stärkt es die Bedeutung von Materialnachweisen.
Auch bei Versicherung und Weiterbildung ist Österreich deutlich formalisierter. In Wien nennt die WKO für Kosmetiker eine Pauschalversicherungssumme von 3 Mio. Euro für Sach- und Personenschäden. Gleichzeitig zeigen WKO-Landesinformationen, dass die Standard-Betriebshaftpflicht in Niederösterreich PMU und Microblading ausdrücklich ausnimmt, während Oberösterreich für PMU einen gesonderten Prämienbaustein ausweist. Praktisch heisst das: Wer PMU anbietet, braucht eine eigene Deckungsprüfung und sollte nie davon ausgehen, dass die Basispolizze genügt. Bei den Ausbildungspfaden gibt es sichtbare Unterschiede nach Weg: WIFI Tirol nennt für einen PMU-/Microblading-Kurs ein 16-Stunden-Erste-Hilfe-Zeugnis als Voraussetzung; WIFI Niederösterreich zeigt einen mehrtägigen PMU-Kurs mit Theorie, Latexübungen, Modellen und Prüfung; für Tätowieren plus medizinische Grundlagen nennt WIFI Niederösterreich insgesamt 97 Stunden als gesetzliche Ausbildungsvorgabe auf diesem Weg.
Deutschland
Deutschland ist im Zugang offener, in Hygiene- und Infektionsfragen aber keineswegs laissez-faire. Die IHK-/HWK-Logik ordnet Kosmetiker der Anlage B Abschnitt 2 der Handwerksordnung zu. Mehrere IHK-Seiten und Leitfäden halten fest, dass handwerksähnliche Gewerbe in Anlage B Abschnitt 2 keine besondere Befähigung für die Ausübung verlangen, aber in das entsprechende Verzeichnis bei der Handwerkskammer einzutragen sind. Für Kosmetiker wird explizit Anlage B 2 Nr. 48 genannt. Der DIHK/DHKT-Leitfaden nennt Permanent Make-up ausdrücklich als handwerksähnliches Gewerbe im Zusammenhang mit Kosmetiker. Seit der Reform bzw. Klarstellung 2025 gilt verstärkt, dass Nagelstudios, Make-up-Artists und ähnliche kosmetische Tätigkeiten typischerweise der HWK-Zuständigkeit unterfallen.
Der offene Zugang bedeutet aber nicht offene Hygiene. Das Berliner Gesundheitsamt Neukölln listet Wimpernverlängerung, Wimpernlifting, Mikroblading und Permanent Make-up ausdrücklich als relevante Behandlungen und verweist auf § 36 Abs. 2 IfSG, wonach Betriebe mit Übertragungsrisiken über Blut infektionshygienisch überwacht werden können. Gesundheitsämter behalten sich unangemeldete oder anlassbezogene Begehungen vor. Für die Nachfrage ist das wichtig: Hygiene ist kein reines Qualitätsargument, sondern überprüfbarer Rechtsrahmen. Dazu kommt die NiSV-Logik: Das Berliner Gesundheitsamt Tempelhof-Schöneberg weist darauf hin, dass die Entfernung von Tätowierungen oder Permanent Make-up nur durch Ärztinnen/Ärzte erfolgen darf. Das grenzt den Wettbewerb zwischen Beauty und Medizin im Korrektur- und Removal-Bereich scharf ab.
Produktsicherheit bleibt auch in Deutschland ein Schlüsselfaktor. Das BfR hält in seinen FAQ 2025 fest, dass Stoffe in Tattoo- und PMU-Farben mit bekanntem Gesundheitsrisiko einer EU-weiten REACH-Beschränkung unterliegen. Wissenschaftliche Reviews zu PMU verweisen 2024 ebenfalls auf infektiöse, allergische und entzündliche Komplikationen; Reviews zu Eyelash Extensions nennen besonders häufig allergische Blepharitis, Konjunktivitis und andere okuläre Probleme. Für Studios heisst das: Patch-Tests, Materialdokumentation, Aufklärung, Einwilligung und schriftliche Nachsorge sind 2026 keine Extras mehr, sondern Mindeststandard für marktfähige Qualität.
Vergleich der Ausbildungs- und Compliance-Anforderungen
| Thema | Österreich | Deutschland |
|---|---|---|
| Gewerberechtlicher Zugang | Reglementiertes Gewerbe Kosmetik; Befähigungsnachweis nötig | Kosmetiker als handwerksähnliches Gewerbe, HWK-Eintragung, grundsätzlich ohne bundeseinheitlichen Befähigungsnachweis |
| PMU-Rechtsstatus | PMU rechtlich als Tätowieren qualifiziert; eigenes Gewerberecht für neuere Fälle | PMU handwerksähnlich im Kontext Kosmetiker; Zugang offener |
| Hygieneaufsicht | Gewerbehygieneverordnung; in Ländern teils jährlicher Unbedenklichkeitsnachweis | IfSG-Überwachung durch Gesundheitsämter bei blutbezogenen Risiken |
| Farben/Pigmente | REACH seit 2022 | REACH seit 2022 |
| Haftpflicht | Kollektivmodelle vorhanden, aber PMU/Microblading oft ausgenommen oder separat zu versichern | Keine bundeseinheitlich sichtbare Pflichtversicherung in den geprüften Quellen; faktisch dringend anzuraten |
| Formale Ausbildung | Lehrberuf/Befähigungsprüfung, zusätzlich PMU-spezifische Lehrgänge | 3-jährige Ausbildung Kosmetiker/in möglich; für Selbstständigkeit aber kein bundeseinheitliches Stundenminimum für Lash/PMU erkennbar |
| Praxisempfehlung 2026 | Lash: mindestens 40-80 Praxisstunden; PMU: mindestens 80-160 Stunden inkl. Hygiene, Models, Nachsorge | Lash: mindestens 40-80 Praxisstunden; PMU: mindestens 80-160 Stunden inkl. Hygiene, Models, Nachsorge |
Die letzte Zeile ist keine gesetzliche Vorgabe, sondern eine vorsichtige Marktempfehlung auf Basis des Risikoprofils und der in Österreich sichtbaren höheren Formalisierung. Gerade in Deutschland ist die Lücke zwischen rechtlicher Eintrittshürde und medizinisch-hygienischer Verantwortung ein zentrales Geschäftsrisiko.
Wettbewerb, Preisdruck und Wirtschaftlichkeit
Marktstruktur und Anbieter-Typen
Der Markt ist in beiden Ländern extrem kleinteilig. Für Österreich ist das mit WKO-Daten sehr gut belegt: 84,5 % EPU, 99,6 % Unternehmen mit 0 bis 9 Beschäftigten, nur 0,4 % zwischen 10 und 49 Beschäftigten und keine nennenswerte höhere Grössenklasse. In Deutschland beschreibt der Sparkassen-Branchenreport für Friseur- und Kosmetiksalons denselben Trend: Grössere Unternehmen und Ketten verlieren relativ an Einfluss, während Kleinstbetriebe und Mikrobetriebe an Bedeutung gewinnen. Daraus folgt: Der Wettbewerb wird 2026 vor allem von unabhängigen Studios, Homestudios und mobilen Anbieterinnen/Anbietern getragen, nicht von Ketten.
Für die Zielkategorien erscheint folgende Verteilung 2026 als realistische analytische Schätzung am plausibelsten. Sie beruht auf der offiziellen Kleinbetriebsstruktur, der WKO-EPU-Quote, der deutschen Mikrobetriebsproblematik, der Sichtbarkeit spezialisierter Studios auf Plattformen und dem weiterhin geringen Gewicht von Ketten und medizinischen Anbietern im Primärmarkt.
Österreich
Deutschland
Diese Verteilung erklärt auch die Preislogik: Unabhängige Spezialisierung schafft Markenprämien, mobile Anbieter drücken den Einstiegspreis, Friseure spielen vor allem bei Lash Lift und Brow-Services mit, medizinische Anbieter eher bei Spezialindikationen, Korrekturen und Removal.
Preisdruck und Margen
Preisdruck ist 2026 real, aber ungleich verteilt. Die offiziellen Preisindizes zeigen, dass Kosmetik- und Körperpflegedienstleistungen 2024 und 2025 verteuert wurden. Gleichzeitig signalisiert der Sparkassen-Branchenreport, dass die Branche unter steigenden Personalkosten, Mindestlohndruck, Fachkräftemangel und hoher Wettbewerbsintensität steht und dass für die Zukunft entscheidend ist, ob Konsumentinnen und Konsumenten höhere Preise akzeptieren. Online-Marktplätze verstärken diesen Druck durch gut sichtbare Rabatte. Beispielhaft finden sich Microblading-Angebote in Berlin von 149 Euro statt 300 Euro, PMU-Aktionen in München von 150 statt 250 Euro oder rabattierte Lippenpigmentierungen und Lash-Sets. Solche Promotions erhöhen Reichweite, senken aber die realisierbare Marge pro Ersttermin.
Trotzdem ist der Markt nicht margenschwach im selben Sinn wie klassische Commodity-Dienstleistungen. Lash- und PMU-Services sind arbeitsintensiv, aber materialleicht, was grundsätzlich hohe Bruttobeiträge ermöglicht. Dass in Österreich im breiteren Fachverbandssegment 399 Mio. Euro Bruttowertschöpfung bei 659 Mio. Euro Produktionswert und 136 Mio. Euro Personalaufwand bei 677 Mio. Euro Umsatzerlösen ausgewiesen werden, zeigt die hohe Wertschöpfungstiefe personennaher Beauty-Dienstleistungen. Der Engpass liegt daher weniger im Material als in Zeit, Können, Rework, No-Shows, Nachkorrekturen, Bewertungen und Auslastung. Wer billig verkauft und gleichzeitig hohe Hygiene- und Beratungsstandards halten muss, kommt schnell unter Druck.
Chancen und Risiken für neue Anbieter
Die grösste Chance liegt in einer hygiene- und vertrauensgetriebenen Spezialisierung. Das heisst konkret: dokumentierte Beratung, Patch-Test-Politik, schriftliche Nachsorge, klarer Material- und Pigmentnachweis, starkes Portfolio, “healed results” statt nur frische Fotos, online buchbare Slots und klarer Umgang mit Kontraindikationen. Das ist deshalb wirtschaftlich sinnvoll, weil die wichtigsten Kundenbedenken genau dort liegen, wo Beschwerden, Folgekosten und Bewertungsrisiken entstehen. Studios, die diese Hürden sichtbar beherrschen, können sich der reinen Rabattlogik entziehen.
Das zweitgrösste Chancenfeld sind mittelgrosse Städte, Pendlergürtel und urbane Speckgürtel. Vollisolation ohne Plattformlogik ist 2026 schwierig, aber ein sauberer Standort knapp ausserhalb teuerster Kernlagen kann gute Wirtschaftlichkeit bringen, wenn Erreichbarkeit, Parken, Wochenendtermine und digitale Buchbarkeit stimmen. In Österreich sind dafür etwa starke Achsen in Niederösterreich, Oberösterreich und rund um Wien plausibel; in Deutschland gelten ähnliche Muster für München-Umland, Berliner Randlagen, Rhein-Ruhr-Cluster und Hamburg-Umland. Die urbane Plattformdichte belegt, wo Nachfrage sichtbar ist, aber nicht zwingend, wo das nächste gut geführte Studio am rentabelsten eröffnet.
Die grössten Risiken sind Unterversicherung, mangelnde Hygiene, schwache Nachsorge, zu kurze Ausbildung, Preisdumping und regulatorische Fehlannahmen. In Österreich ist das besonders heikel, weil PMU rechtlich enger geführt wird und Standarddeckungen nicht automatisch alles abdecken. In Deutschland ist das Risiko oft umgekehrt: Der Einstieg wirkt leicht, die tatsächliche Verantwortung ist aber hoch. Dazu kommt ein Reputationsrisiko, weil Fehler im PMU-Bereich länger sichtbar und teurer zu korrigieren sind als in vielen anderen Beauty-Services. Wer 2026 neu startet, sollte deshalb eher zu weniger Services mit höherer Tiefe als zu einem breit gestreuten “Alles-für-alle”-Menü tendieren.
Exemplarische Anbieterprofile
Die folgenden Beispiele sind keine Rangliste, sondern zeigen typische Positionierungen im Markt.
| Land | Anbieter | Profil | Beobachtbare Preispunkte |
|---|---|---|---|
| Österreich | Lashbox Studio, Wien 1. Bezirk | spezialisiertes Lash-/Brow-Studio in Premiumlage | Neuanlage Natural 110 €, Volumen 120 €, Mega-Volumen 149 € |
| Österreich | The Perma, Wien 5. Bezirk | PMU-fokussiertes Studio | Microblading 359 €, Powder Brows 399 €, Eyeliner 239 € |
| Österreich | Atelier Blush, Salzburg | trendiges Kosmetikstudio mit Fokus auf Wimpern und Brauen | Profil betont Wimpern- und Brow-Trends |
| Deutschland | Xinh Lashes, Berlin | lash-lastiges Studio mit klarer Serviceleiter | Lash Lift 50-60 €, 1:1-Set 79 €, 2-3D 89 €, Design Look 120 € |
| Deutschland | Rebecca Beauty, Berlin Charlottenburg | Hybrid aus Lash und PMU | Wimpernlifting 59 €, Brow Powder Effect 350 €, Aquarelle Lippen 350 €, Wimpernkranzverdichtung 150 € |
| Deutschland | MAGISTRA Permanent Make-Up Studio & Academy, Köln | PMU-spezialisiert, Studio plus Academy | Profil klar auf Augenbrauen, Lippen und Lidstrich ausgerichtet |
Diese Beispiele illustrieren die drei tragenden Marktmodelle 2026: hoch spezialisierte Lash-Studios, hybride Brow-/Lash-/PMU-Studios und PMU-Academy-Studios mit Ausbildungsnebenumsatz.
Quellen und Grenzen
Die tragenden amtlichen Quellen dieses Berichts sind die Umsatzsteuerstatistik (Voranmeldungen) 2022 bis 2024 von Destatis für 96.02.2 Kosmetiksalons, der Bevölkerungsstand Deutschland 2024/2025 von Destatis, die WKO-Branchenprofile und Mitgliederstatistiken des Fachverbands Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure, die Statistik-Austria-Preisindizes für Friseur- und Kosmetiksalons sowie die Statistik Austria-Bevölkerungsdaten für Österreich. Diese Quellen liefern die belastbaren Marktanker.
Für das Regulierungs- und Gesundheitskapitel wurden primär WKO, IHK/HWK/DIHK, Berliner Gesundheitsämter, ECHA und BfR herangezogen. Diese Quellen sind für Gewerberecht, Hygiene, Produktregulierung, Infektionsschutz und Removal-Grenzen deutlich verlässlicher als Branchenblogs oder Ausbildungswerbung. Für medizinische Risiken wurden zusätzlich aktuelle wissenschaftliche Reviews und klinische Studien berücksichtigt.
Für Preis- und Urbanitätsanalysen mussten mangels amtlicher Subkategoriedaten Treatwell- und Anbieterpreise als Marktbeobachtung genutzt werden. Diese Daten sind nützlich, aber nicht perfekt: Sie übergewichten digital buchbare urbane Anbieter, enthalten Aktionspreise und bilden nicht den gesamten Offline-Markt ab. Ebenso sind österreichische WKO-Berufszweigzahlen wegen Mehrfachzählungen nicht identisch mit Unternehmen. Die 2026-Marktvolumina, Anbieter- und Kundenzahlen sind deshalb ausdrücklich als Szenario-Schätzungen zu lesen, nicht als amtliche Zählung.
Die wichtigste offene Grenze bleibt das Fehlen einer amtlichen Statistik nur für Wimpernverlängerung, Lash Lift, Microblading und PMU. Deutschland bietet zwar saubere Daten für Kosmetiksalons insgesamt, nicht aber für die Zielservices. Österreich bietet gute WKO-Strukturdaten, aber keine offene Einzelstatistik zum Zielbündel. Genau deshalb wurde in diesem Bericht mit sichtbaren Annahmen, konservativen und optimistischen Szenarien sowie klaren Datenankern gearbeitet. Aus analytischer Sicht ist die Gesamtaussage dennoch robust: 2026 ist die Nachfrage in beiden Ländern intakt, urban konzentriert, social-media-beschleunigt, regulatorisch sensibel und für seriös spezialisierte neue Anbieter weiterhin attraktiv.
Quellen und Hinweise
- Quellen 1, 3, 6, 9, 10, 11, 12, 16, 30, 31, 33, 35, 38, 40 - WKO Branchenprofil Fachverband Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure
- Quelle 2 - DataReportal: Digital 2025 Germany
- Quelle 4 - Sparkassen-Finanzgruppe Branchenreport Friseur- und Kosmetiksalons
- Quelle 5 - Destatis Umsatzsteuerstatistik
- Quelle 7 - Statistik Austria VPI 2020 Bundesmesszahlen 2024
- Quelle 8 - Treatwell Wimpernwelle
- Quelle 13 - Treatwell Wimpernverlängerung
- Quellen 14, 15, 21, 37 - Treatwell Lashbox Studio
- Quelle 17 - Treatwell Wimpernverlängerung Wien 1. Bezirk
- Quelle 18 - Treatwell Microblading Berlin
- Quellen 19, 20 - Rascasse Eyelash Extensions Germany
- Quellen 22, 34 - PubMed Studie zu PMU und Risiken
- Quellen 23, 29 - WKO Zugangsvoraussetzungen Kosmetiker
- Quelle 24 - WKO Tirol Gewerbeinformation Modellieren von Fingernägeln
- Quelle 25 - WKO Wien Haftpflichtversicherung
- Quelle 26 - IHK Rhein-Neckar Abgrenzung Handwerk
- Quelle 27 - Berlin Neukölln Kundeninformation Kosmetikstudios
- Quelle 28 - BfR Fragen und Antworten zu Tätowiermitteln
- Quelle 32 - Statistik Austria VPI 2020 Bundesmesszahlen 2025
- Quellen 36, 39 - WKO Wien Permanent Make-up durch Kosmetikgewerbe
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